Mein SmartHome mit OpenHAB 2

Warum möchte ich mein Heim zu einem SmartHome umbauen?

Seit einigen Monaten habe ich eine PhotoVoltaik-Anlage auf dem Dach aus der ich mich teilweise selbst versorge. Ich möchte nun meinen Eigenverbrauch möglichst optimieren. Denn es ist günstiger möglichst viel Energie selbst zu verbrauchen als diesen vom Versorger zu kaufen. Die Spanne zwischen Herstellkosten und Zukaufkosten beträgt derzeit ca. 15 bis 20 €-Cent. Um dies zu schaffen müssen Haushaltgeräte mit einem hohen Stromverbrauch möglichst dann laufen, wenn ausreichend Energie „vom Dach“ kommt. Dazu zählen Waschmaschine, Trockner, Geschirrspüler und die Wärmepumpe.

Klar kann ich jedes mal zu den Geräten laufen und schauen wie weit diese sind und wie viel Strom momentan vom Dach kommt, oder in einer App schauen, wie Strom kommt vom Dach, in einer anderen ob die Waschmaschine fertig ist, ob der Trockner fertig ist oder oder oder. Komfortabler wäre es natürlich dies in einer App gebündelt zu haben und eventuell sogar eine Push-Nachricht auf das Handy zu erhalten, dass z.B. die Waschmaschine fertig ist.

Was soll das System später alles können?
  • Einzelne ausgewählte Steckdosen sollen schaltbar sein, möglichst ohne unschöne Zwischenstecker
  • Heizungsthermostate sollen zentral geregelt werden können, die Möglichkeit der Regelung am Thermostat soll erhalten bleiben
  • Rolläden der Fenster sollen nach Zeitplan gesteuert werden können, aber auch „vor Ort“ per Schalter
  • Stromerzeugung und Stromverbrauch sollen aktuell dargestellt werden, dies in drei Werten: Erzeugung – Verbrauch – Überschuss/Zukauf
  • Wenn verfügbar soll der aktuelle Strompreis für den Zukauf ebenfalls angezeigt werden*
  • Eventuell Steuerung per Sprachbefehl als i-Tüpfelchen
  • Nutzung der vorhandenen WLAN-Infrastruktur
  • wenig neue Verkabelung

*aktueller Strompreis? Ja, ich habe mich für einen Anbieter entschieden der, soweit die technischen Voraussetzungen gegeben sind, eine Stundenweise Abrechnung des Stromverbrauches vornimmt.

Das alles soll möglichst ohne, oder mit möglichst wenig oder keiner Cloud-Lösung funktionieren.

Ein Anfang in diese Richtung sind die DECT-Steckdosen von AVM. Diese haben keine externe Cloud und funktionieren super. Nachteil ist jedoch, man kann nur zehn Stück an eine FritzBox anbinden und es sind recht klobige Zwischenstecker.

Durch die Beschränkung der Anschließbaren DECT-Geräte an eine Box und auch die geringe Anzahl der verschiedenem Geräte keine wirkliche Lösung.

OK, welches System denn dann?

Viele verfügbare Hersteller gebundenen Systeme setzen eine Cloud-Nutzung voraus. Vorteil: Es gibt alles aus einer Hand und ist relativ einfach einzurichten. Nachteil: Bindung an einen Hersteller, schaltet der Anbieter die Cloud ab, fängt man höchstwahrscheinlich von vorne an.

Also ein möglichst offenes System ohne Herstellerbindung. Da gibt es die Standards ZigBee und ZWave um zwei der verbreitesten zu nennen. ZigBee wird meines Wissens nach von Phillips im HUE-System verwendet, ebenso Ikea in Tradfri-System. Auch auf der ZWave gibt es vorkonfigurierte Angebote. Beide bauen jedoch ein eigenes Funknetzwerk auf. In der Regel in einem Frequenzband, dass auch von anderen Institutionen genutzt wird und somit im privaten Umfeld kurzzeitige Aussetzer haben könnte. Von den Aussetzern wird man in der Anwendung vermutlich kaum was merken, da diese recht kurz sein dürften.

Ich habe mich für das offene System von OpenHAB entschieden. Dieses System hat bereits eine große Community. Es gibt deutschsprachige Gruppen und Hilfeforen. Zudem werden bereits viele Hersteller unterstützt. Auch Hersteller von denen sich schon Geräte bei mir im Haushalt befinden, die ich nun miteinander verknüpfen möchte.

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